
eine Schale.
Ruhig. Leer. Leicht verformt.
Bewegt durch den Eigensinn des Materials und durch die Einwirkungen von Hitze, Flammen, Luftzug und Asche im Holzofenbrand über sechs Tage und Nächte. Wieder abgekühlt ist sie Zeuge der immensen Kräfte im Tongkama, zeigt Bewegung und Veränderung, thematisiert Deformation und Transformation. Ihre Farbigkeit changiert in lebhaften Tönen in Olivgrün, Goldocker, Orange, Lila, Dunkelgrau und Braun.
Mich interessiert ihre Stille und Schönheit.
Ein Unikat.
Meine Arbeit ist ein ständiger Dialog.
Nicht bezwingen, sondern herausfordern, um das Eigenleben des Materials sichtbar werden zu lassen.
Nicht berechnen und wiederholen, sondern unkonventionell vorgehen und so Lebendigkeit spüren, das Material erfahrbar machen.
Dabei interessieren mich die Extrembelastungen, das Arbeiten an und über Grenzen hinaus.
Verziehen, verformen, aufbrechen, zusammenbrechen.
Mich faszinieren die keramischen Prozesse, die Transformation in der Hitze. Daraus resultiert eine Ästhetik jenseits vollkommen runder Formen.
Auf der Drehscheibe entstehen präzise gedrehte Gefässe mit dünnen Wandungen aus Porzellan oder feinem Steinzeug mit dem Ziel, später den Kräften im Ofen Raum zu geben, die ursprünglich runden Formen zu verändern. Erst durch die Bewegung, durch den Tanz im Feuer, im Flammenzug und Ascheflug, verändern sie sich – und werden schöner.
Trotzdem entsteht Harmonie.
Harmonie nicht als Gleichmaß, sondern als innere Stimmigkeit.
So verstanden, dass die Objekte Harmonie in einen Raum, in eine Situation bringen können und dass sie in sich ausgewogen sind.
Ein leeres Gefässe als Objekt, als Skulptur.
Leere Gefässe als Freiraum.
Die Leere der Gefässe als alltägliche Notwendigkeit, als Voraussetzung, bevor die Objekte zum Essen und Trinken, zum Präsentieren, zum Einstellen von Blumen genutzt werden können.
Verbunden mit all dem ist eine große Dankbarkeit: dafür ein Teil von Naori.ch zu sein, für die gemeinsame Arbeit am Tongkama und für seine einzigartigen Resultate.







