Eine Keramikreise im November 2019 hat mir die Holzbrandkeramik und neue Arbeitstechniken näher gebracht. Die Brennresultate aus dem Elektroofen in den Jahren zuvor waren für mich unbefriedigend und seelenlos. Die Holzbrandkeramik dagegen war vielseitig. Auf einer Arbeit konnte es von Glanz über seidenmatt, matt bis rau alles haben. Zusätzlich gibt es Kohlenstoff, der sich in die Glasuren einlagern kann und dadurch dunkle Stellen erzeugt. Weiter lagert sich Asche auf den Keramiken ab und verglast. Durch reduzierendes Brennen kann der Glasur und dem Scherben Sauerstoff entzogen werden, was zu schönen Farbabstufungen führen kann. Holzbrand führt aber auch zu grossem Ausschuss. Es gibt erfahrene Holzbrenner, die bis zu einem Drittel ihres Brandes vernichten. Das ist der grosse Preis, den wir Holzbrenner zahlen, um auf der anderen Seite aussergewöhnliche Einzelstücke zu erzielen.
Meine Teeschalen sind fast ausschliesslich in der Kurinukitechnik hergestellt. Ich nehme ein Stück Ton, gestalte es auf der Aussenseite und höhle es danach mit einer Schlinge aus. Ganz am Schluss erarbeite ich das Füsschen. So stelle ich eine bis zwei Teeschalen pro Tag her.
In einem ersten Brand werden die trockenen Schalen im Elektroofen bei 950° gebrannt.
Der zweite Brand findet im NAORI-Holzofen in Röthenbach im Emmental statt. Hier werden unsere Keramiken während 5 ½ Tagen befeuert. Die Endtemperatur beträgt dann im vorderen Teil des Ofens zirka 1320°. Zwei Wochen später ist der Ofen so weit abgekühlt, dass wir den Ofen öffnen können.
Heinz Bisang
kleine Kirchgasse 10
5507 Mellingen